Donnerstag, 26. April 2018

How-to-make: Das eingestrickte Knopfloch

Als besonders ärgerlich habe ich es immer empfunden, wenn Knopflöcher an selbstgestrickten Jacken und Pullovern im Laufe der Zeit größer wurden und die Knöpfe dann vielleicht etwas zu klein waren. Oder sich ein Maschenbein schräg in das Knopfloch zog, was die 'cleane' Optik des Strickstücks immer ein bisschen verdorben hat.

Im Laufe der Zeit habe ich immer dann, wenn ein Knopfloch eingestrickt werden musste, ausprobiert, was die Technik bzw. Optik eines eingestrickten Knopfloches verbessern könnte - inzwischen habe ich für mich eine Strickweise gefunden, die ein formstabiles und optisch ansprechendes Ergebnis liefert. Sollte jemand von Euch auch auf der Suche nach dem perfekten Knopfloch sein, so kommt hier meine Variante:

In meinem Beispiel, einem Babyjäckchen, besteht das Knopfloch aus nur einer Masche. Da ist es ganz besonders ärgerlich, wenn es mit der Zeit ausleiert. Deshalb kette ich diese eine Masche nicht auf die übliche Weise ab, sondern hebe zwei Maschen von der linken auf die rechte Nadel...

















und ziehe sie übereinander. Also abketten, ohne die Maschen vorher abzustricken. Ihr werdet merken, dass die übergezogene Masche deutlich fester auf der Nadel sitzt, als würde sie vor dem überziehen noch mal abgestrickt.


























Nachdem die Maschen für das Knopfloch auf diese Weise abgekettet wurden, wird die verbleibende Masche von der rechten Nadel wieder auf die linke Nadel gehoben.
























Nun das Strickstück wenden.













Jetzt werden die Maschen, die wir für das Knopfloch abgekettet haben, in derselben Reihe wieder angeschlagen, was die Gefahr des Ausleierns nochmals verringert.
Der Anschlag erfolgt nicht in der üblichen 'Long Tail'-Methode, sondern mit dem 'Cable cast on': Mit der rechten Nadel zwischen der ersten und der zweiten Masche auf der linken Nadel durchstechen...




















und den Faden holen (ich stricke hier übrigens mit zwei Fäden, es sieht nur aus, als seien es zwei Maschen).
























Die neu gebildete Masche auf die linke Nadel legen.





















Und nun kommt Clou Nummer 2 - wir nehmen eine Masche mehr auf, als wir für das Knopfloch abgekettet haben:


























Diese letzte Masche bleibt auf der rechten Nadel und...























wir drehen das Strickstück wieder um.

Die zusätzlich aufgenommene Masche wird nun mit der ersten Masche auf der linken Nadel rechts zusammen abgestrickt, das stabilisiert den linken Rand des Knopflochs:






















Damit haben wir wieder die Anzahl Maschen, die wir vor dem Knopfloch auch hatten.
Das Ergebnis ist ein schönes, festes Knopfloch, kaum größer, als eine Masche:
























Solltet Ihr diese Methode mal ausprobieren, würde ich mich über Feedback freuen, auch ich lerne gerne noch dazu. Habe ich etwas undeutlich oder umständlich erklärt, beantworte ich natürlich auch gerne Fragen. Und wenn Ihr eine andere/bessere Methode kennt/entwickelt habt und mir verraten wollt - gerne, das hier ist bestimmt nicht der Weisheit letzter Schluss...

Mein nächstes How-to-make wird sich übrigens mit der Randmasche beschäftigen - auch ein ziemlich weites Feld ;)

Bis dahin eine gute Zeit,
Liese aka Manuela aka Lilla Ull Huset

Montag, 19. Februar 2018

Neues...

hat sich angesammelt, von dem hier etwas ausführlicher die Rede sein soll. Z. Bsp. von den drei neuen Farben, in denen es die Tweed von Geilsk inzwischen gibt:


Lime, Violet und Jade - drei Farben, die die Farbpalette der Tweed toll ergänzt.
Das Foto zeigt im Hintergrund übrigens den Birkin-Sweater, den ich nach einer Anleitung von Caitlin Hunter aus der Geilsk Tweed gestrickt habe. Es würde mir schwer fallen, aus den vielen schönen Garnen hier meinen Favoriten herauszupicken, aber sollte ich mal dazu gezwungen werden, dann stünde dieses Garn ganz weit oben auf meiner Liste...
Die Anleitung für den Birkin-Sweater kann man übrigens hier käuflich erwerben.

Gleich vier neue Farben gibt es von der Geilsk Bomuld og uld:



















Zartes Graubeige und Grün, frisches Frühlingsgrün und Tomatenrot. Von langer Hand vorbereitet hat Bente Geils wohl die Farben der Saison F/S 2018 vorausgeahnt O.O

Damit sind wir aber noch nicht am Ende der News aus dem Hause Geilsk:














Es gibt inzwischen sogar ein Buch mit 21 Anleitungen. Für jeden ist etwas dabei - für Sie, für Ihn, für Es; Pullover und Jacken, Mützen und Schals, Röcke und Kleider. Wenn man bedenkt, dass eine einzelne Anleitung 5,- Euro kostet und nur mit dem passenden Strickgarn verkauft wird, ist dieses Buch zum Preis von 39,95 Euro ein echtes Schnäppchen.
Das Buch ist zwar in dänischer Sprache verfasst, aber es gibt ein deutsches Anleitungsheft dazu!

Apropos Bücher:







































Gleich drei Bücher mit Baby/Kindermodellen haben es in's Sortiment geschafft, wobei 'Noahs Ark' gerade erst erschienen ist und aktuell nur in dänischer Sprache verfügbar. Ebenso z. Zt. nur auf Dänisch erhältlich ist 'Knit for your kid' von Susie Haumann. Dank Google-Übersetzer dürfte das aber nur ein kleines Problem sein, erinnert diese Sprache doch sehr an unser Plattdeutsch.
'Baby it's cold outside' ist aber in's Deutsche übersetzt worden und enthält mindestens genauso schöne Modelle, wie die beiden anderen Bücher.

So gar kein Problem mit der dänischen Sprache hat man mit folgendem Buch:














'Fanöstrick - Beyond the Horizon' von Christel Seyfarth, quasi noch druckfrisch. Ein umwerfend schönes Buch, nicht nur aufgrund der zauberhaften Modelle. Auch die Fotos der Insel sind wunderschön anzuschauen und machen das Blättern zum reinen Vergnügen. Sozusagen ein Bilderbuch, auch für Nichtstricker!
Der Clou: Es ist gleich in zwei Sprachen geschrieben, Dänisch und Englisch, das vereinfacht die Sache auch für mich ungemein, obwohl ich keine Scheu davor habe, nach einer Anleitung zu stricken, die in einer mir unbekannten Sprache geschrieben wurde. Zahlen sind schließlich international und den Rest bastelt man sich schon zusammen...


Bleibt nur die Frage zu klären, mit welchem Projekt man anfangen soll, denn am liebsten hätte man natürlich alle. Zeitgleich, versteht sich ;)

Last but not least gibt es noch drei frisch in's Deutsche übersetzte Anleitungshefte von 'Sandnes Garn':


Mein persönlicher Favorit ist das Heft rechts, 'Norske Ikoner', die echten Norweger. Ein Modell daraus ist auch schon fast fertig, Pullover 'Nord' aus dem 'Fritids Garn', mit Nadelstärke 5,5 auch nicht wirklich eine Aufgabe. Aber schön. Was die Hauptsache ist.

Und diesem Projekt werde ich mich jetzt auch wieder widmen, schließlich ist noch kalt genug für einen dicken Pulli.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern
ein passendes Projekt auf den Nadeln
und viel Vergnügen dabei.

Bis bald,
Liese aka Manuela aka Lilla Ull Huset

* Die hier gezeigten Fotos aus Büchern/Zeitschriften sind als Zitate zu verstehen, das Urheberrecht verbleibt selbstverständlich beim Autoren/Fotografen/Verlag






Freitag, 2. Juni 2017

Stricken im Sommer

Nun ist er endlich da - und bleibt hoffentlich noch ganz lange, der Sommer. Auch, wenn man sich bei höheren Temperaturen seine Strickprojekte genauer aussuchen muss. Aber es gibt sie schon, die Garne, die sich auch dann gut und angenehm verarbeiten lassen, wenn es wärmer wird. Zumal mir die Aussage "Ich stricke im Sommer nicht" immer schon unverständlich war, ein Blogbeitrag von 'Purl Soho', zu finden hier, spricht mir da wirklich aus der Seele. Übrigens enthält dieser Blogpost auch die Anleitung für einen schönen Kurzarmpullover aus Seide, der für diese Temperaturen genau richtig wäre. Z. Bsp. aus der 'Colori' von BC Garn - neben Wolle enthält das Garn eine gute Portion Seide und Leinen und wirkt überhaupt nicht 'wollig'. Ich habe mich allerdings für den Rundpassenpullover 'Buchanan' von Kate Davies entschieden:

Foto: Lilla Ull Huset und Kate Davies


In Runden von unten nach oben gestrickt und mit genau der richtigen Portion Anspruch durch das Jaquard-Muster.




















Bereits fertig ist 'Sunshine Coast', ein Langarmpullover nach einer Anleitung von Heidi Kirrmaier (hier auf Ravelry zu finden).


Foto: Lilla Ull Huset



Gestrickt aus 3 Strängen 'Soft Silk' von BC Garn, 100% Bouretteseide in Farbe 17, einem ganz hellen, grauen Fliederton.


















Foto: Lilla Ull Huset


Schöne Details lassen das Stricken nicht zu langweilig werden.























Foto: Lilla Ull Huset



Und für 'Belüftung' ist auch gesorgt ;)





















Foto: Lilla Ull Huset




Ein paar Eyelets am Ausschnitt, der keine Blende braucht, weil die Seide sich wegen ihrer nicht vorhandenen Elastizität nicht rollt.











Auch, wenn die Temperaturen tagsüber schon mal die 30° übersteigen können, besteht doch immer die Möglichkeit, dass es am Abend kühler wird und wir zufällig gerade KEINEN warmen Pullover in der Handtasche dabei haben, um uns warm zu halten und den Biergarten nicht fluchtartig verlassen zu müssen. Was wir aber IMMER dabei haben sollten und können, ist ein Schal. Oder, etwas größer, ein Tuch. Und auch für diesen Fall habe ich bereits vorgesorgt:

Foto: Lilla Ull Huset
'Ernst Ludwig' nach einer Anleitung von Kieran Foley (hier auf Ravelry zu finden), gestrickt aus 5 Knäueln der 'Delight' von Garnstudio GROPS in der Farbe 'Regenbogen'.





Das Muster ist ein wenig anspruchsvoller, aber wenn man es (endlich) verstanden hat, lässt sich der Schal locker runterstricken.

Foto: Lilla Ull Huset





Für den Sommerurlaub am Wasser in Schweden ist dieses große Tuch entstanden, ganz ohne Anleitung, aus der 'Alpaca Bouclé' von Garnstudio DROPS. Ein gleichschenkeliges Dreieck aus 6 Farben, die ich gerne trage und jeweils 50 Gramm. Groß genug, um sich darin einzuwickeln, wenn man die Terrasse noch nicht verlassen will. Weil es im Sommer in Schweden so lange hell bleibt. Und der frisch gefangene Fisch auf dem Grill so herrlich duftet.



Das hier ist eine ganz andere Kategorie: 'Lost in Time', ein Häkeltuch nach einer Anleitung von Johanna Lindahl, hier kostenlos zu haben, auch als deutsche Übersetzung. 


Foto: Lilla Ull Huset

































Nun bin ich nicht die ganz große Häkelkünstlerin (und mag, ehrlich gesagt, Gehäkeltes nicht besonders gern), aber diesem Tuch konnte ich nicht widerstehen - wobei auch die anderen Projekte von Johanna wunderschön sind, das Stöbern in ihrem Blog lohnt sich.


Foto: Lilla Ull Huset



Von festen Maschen und Stäbchen abgesehen häkelt man Luftmaschen, Picots, Reliefstäbchen und Büschelmaschen, das habe sogar ich hinbekommen. Und die Quasten mit den Perlen sind das Tüpfelchen auf dem I.


















Foto: Lilla Ull Huset



Gehäkelt habe ich mit der 'Bomuld og uld' von Geilsk Garn. Baumwolle und Wolle schien mir die richtige Mischung für ein Tuch zu sein, das mich auch ein bisschen wärmen soll. Im Falle des Falles...

















Auf den Nadeln habe ich noch mehr Sommerliches, aber darüber im nächsten Post mehr. Wenn es fertig ist. Wahrscheinlich nach unserem Urlaub.

Und weil das gar nicht mehr lange dauert, wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern schon mal eine ganz wunderbare Sommerzeit, einen erholsamen Urlaub, entspannte Ferien und ein schönes Sommerprojekt auf den Nadeln!

Liese aka Manuela aka Lilla Ull Huset

* Die hier gezeigten Fotos aus Büchern/Zeitschriften sind als Zitate zu verstehen, das Urheberrecht verbleibt selbstverständlich beim Autoren/Fotografen/Verlag

Freitag, 17. März 2017

Nicht viel los hier...

im Moment *gähn* Wird denn nicht gestrickt??? - Und ob, deshalb ist ja nicht so viel los hier ;)

OK, ich gelobe Besserung, will mich aber nicht aufhalten mit Projekten, die bereits abgeschlossen sind. Viel spannender sind ja die Projekte, an denen man noch arbeitet, denn - frei nach Bobbele - "Vergangenheit isch ohwer"...

Nur das letzte Projekt, dass mir von den Nadeln gehüpft ist, möchte ich Euch nicht vorenthalten, denn es ist brandaktuell:







































'Big Cuddly Bunny' nach einer englischen, dafür aber kostenlosen Anleitung von Purl Soho, hier zu finden.

Ist er nicht knuffig? - Gestrickt habe ich ihn aus 300 Gramm 'Andes' und 50 Gramm 'Big Merino' von Garnstudio DROPS, preisgünstig war er also auch noch. Und bis Ostern noch ganz bequem zu schaffen.


Nun aber zu dem, was aktuell auf den Nadeln ist, und das ist ziemlich viel, denn z. Zt. leide ich unter akuter "Anfangeritis" (wer ein homöopathisches Gegenmittel kennt, darf sich gerne bei mir melden):

Für den (hoffentlich) nahenden Sommer ein Kurzarmpulli aus dem Buch 'Großmutters Gartenhaus' von Annette Danielsen - 'Jenny'.
Gestrickt wird er aus der 'Bomulin' von Isager - Baumwolle und Leinen, für mich in einem hellen Jeansblau.


'Cancún', geplant als schnelles Zwischendurchprojekt. Da meine Kernkompetenz aber eher NICHT mit der Häkelnadel in Verbindung gebracht werden kann, für mich eher eine Herausforderung. Die ich meistern werde. Irgendwann... ;)








































Eine Jacke zu Testzwecken aus einem Garn, dass ich zum nächsten Winter gerne in meinem Sortiment hätte. Oder auch nicht, das soll mir der Test ja beantworten. Ich werde weiter berichten.



'Mara', ein gleichschenkliges Dreiecktuch mit Rüsche nach einer kostenlosen Anleitung von Madeline Tosh (Link über Ravelry). Mindless knitting at it's best!



'ZigZag Throw' aus 'Andes' von Garnstudio DROPS aus dem Buch 'Knitting with the Color Guys' von Kaffe Fassett und Brandon Mably. DAS ist nun wirklich ein Langzeitprojekt, denn ich stricke mit 11 Knäueln gleichzeitig und dafür habe ich nicht immer den Nerv...

Nicht im Foto festgehalten habe ich z. Bsp. 'Torhild' aus 'Bomulin' und 'Silk Mohair' von Isager, 'Lilja' aus der Àlafosslopi oder 'Azulejos' aus 'Noble' von Holst. Aber selbst damit wäre ich noch nicht fertig. Und hätte Euch noch nicht von den schon sehr konkret geplanten Projekten erzählt, wie z. Bsp. dem 'Drijfhout' aus der 'Tides' von Holst oder dem 'Anoushka' aus der 'Colori' von BC Garn...

Ihr seht, ein ganz schwerer Fall von Anfangeritis. Für Blog-Posts findet sich da mittendrin einfach nicht mehr viel Zeit. Aber ich gelobe ja Besserung ;)

Ich wünsche schon mal ein ganz wunderbares Wochenende
mit viel Strickzeit,
Liese aka Manuela aka Lilla Ull Huset


* Die hier gezeigten Fotos aus Büchern/Zeitschriften sind als Zitate zu verstehen, das Urheberrecht verbleibt selbstverständlich beim Autoren/Fotografen/Verlag

Montag, 31. Oktober 2016

Herbstmarkt



Am vergangenen Wochenende fand bei uns in Gummersbach der Herbstmarkt statt, bei strahlend blauem Himmel. Entsprechend groß war wohl der Andrang, so hat man mir berichtet. Selber überprüfen konnte ich das nicht, denn ich hatte ja 'Dienst', auch am Sonntag. Also gibt es nur zwei Schnappschüsse und keine ausführliche Marktbeschreibung. 




Trotzdem habe ich es geschafft, auf die Schnelle am Samstagmorgen die Marktstände in Augenschein zu nehmen und auf Brauchbarkeit der angebotenen Waren zu 'scannen'. Ansprechend fand ich das Angebot des einzigen, echten Trödlers, denn er hatte zwei neue alte Schafe für mich im Angebot, die ich mir am Samstag nach Ladenschluss schnell gesichert habe:


links Emma, rechts Carolyn

Bei 'Second-Hand-Angeboten' ist die Herkunftsbestimmung ja immer etwas schwierig. Der Fühltest hat aber ergeben, dass Emma eine echte Britin sein muss. Genauer gesagt kommt sie von den Shetland-Inseln. Und ihr Vater war wohl das berühmte schwarze Schaf der Familie ;)
Carolyn hingegen muss Australierin sein, sie liefert bestimmt die begehrte Merino-Wolle - kuschelweich, ein Flaum. Beide wurden übrigens noch am Samstagabend shampooniert und gefönt. So frisch frisiert stehen sie nun bei mir im Laden und erfreuen die Kundinnen, die Kinder vor allen Dingen...

Von diesem Puppenwagen war ich ebenso hingerissen, wie von meinen zwei Schafen:





Der Verkäufer behauptet, er stamme original aus den 1920er-Jahren. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber es ist mir auch ziemlich egal, er passt gut in meinen Laden und zu den alten Koffern, die ich hier stehen habe. Er muss nur noch ein wenig gesäubert werden und die dazugehörige Kim-Puppe braucht auch eine kleine Wäsche.








Alles in allem wäre der Herbstmarkt bis hierhin schon ein Erfolg für mich gewesen, dass ich sehr nette neue und 'alte' Kunden am Sonntag in meinem Laden begrüßen durfte, machte den Sonntagsdienst aber mehr als erträglich - es war ja mein erster verkaufsoffener Sonntag, ich hatte so gar keine Vorstellung davon, was mich erwartet. Aber nun steht fest, dass ich den nächsten am 04. Dezember auch wieder mitmachen werde. Dann im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt, ich bin gespannt...

Das Kleine Wollhaus wünscht schon mal einen schönen Feiertag!

Montag, 17. Oktober 2016

Lumpi

Früher, zu meiner Zeit, als noch ganz viel gestrickt wurde - also schon ziemlich lange her - haben wir uns immer mal wieder große, gemütliche, völlig passformunsensible Pullover oder Jacken gestrickt. Wenn man gefragt wurde, was man denn da gerade auf der Nadel hat, erforderte die Antwort 'Einen Lumpi' keine weiteren Erklärungen, da wusste jede, was gemeint war.

Heutzutage gibt es so etwas eigentlich nicht mehr. Frau strickt tailliert, mit Abnähern, auf den Leib getuckert, sozusagen. Da ist es unglaublich entspannend, mal wieder einen Lumpi zu stricken und den bei Bedarf einfach über zuwerfen. Passt irgendwie immer.

So gesehen kam das Buch 'Lässig leicht im großen Stil' von Dorthe Skappel gerade zur rechten Zeit in der deutschen Übersetzung in die Buchläden.


Bereits drei Modelle habe ich daraus nachgearbeitet, so groß war der Wunsch nach einfachen und trotzdem schönen Strickteilen im Kleiderschrank.

Modell 1 war der Dorthe-Pullover in Rosa:


Ich glaube, inzwischen ist er schon ein bisschen länger geworden, weil er viel von mir getragen wird.

Das zweite Modell war die Skappel-Jacke in strahlendem Pink - mir war einfach danach:


Herrlich praktisch sind die eingearbeiteten Taschen. Das kraus-rechts-Muster macht die Jacke warm und schön dehnbar. Beim nächsten Mal würde ich die Bündchen wohl weglassen, ich mag offene Strickteile lieber. Ansonsten: Daumen hoch!

Mein vorerst letztes Modell aus dem Buch ist die Dorthe-Jacke, die sich unversehens als Mantel entpuppte:


Hier offenbart sich die Schwachstelle im Buch: Es gibt zu keinem Modell eine Schnittzeichnung, die die Maße enthält. Dummerweise wird auch nirgendwo die geforderte Reihenanzahl pro zehn Zentimeter erwähnt, weshalb man nur streng nach Anleitung stricken kann. Deshalb war diese ultralange Jacke eine echte Überraschung.
Ich hatte allerdings sowieso einen Mantel auf meiner To-do-Liste, weshalb ich das noch nicht mal als so dramatisch empfunden habe. Was mich allerdings sehr gestört hat, war die Tatsache, dass die Eingriffe für die Taschen aufgrund der enormen Länge viel zu tief angesetzt waren. Mit einer Maßangabe, oder wenigstens einer vollständigen Maschenprobe, wäre das nicht passiert. Bei einer zweiten Version würde ich die Taschen einfach hinterher aufsetzen, so geht man kein Risiko ein.






























Ansonsten finde ich das Modell als Mantel aber sehr schön. Um ihn trotz Taschenmalheur tragen zu können, habe ich die Tascheneingriffe möglichst unauffällig wieder zugenäht.



Und nun denke ich noch über einen Verschluss nach, denn Knöpfe waren nicht vorgesehen. Druckknöpfe wären eine Idee, ich hätte auch besonders Schöne hier, oder aber eine Magnetschließe. Mal sehen...


Das Kleine Wollhaus wünscht hiermit einen gelungenen Wochenanfang!


* Die hier gezeigten Fotos aus Büchern/Zeitschriften sind als Zitate zu verstehen, das Urheberrecht verbleibt selbstverständlich beim Autoren/Fotografen/Verlag

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Presseschau

Was die aktuellen Veröffentlichungen im Zeitschriftenhandel angeht, bin ich nicht immer auf dem Laufenden. Dass das auch auf Strickhefte zutrifft, war mir bisher nicht bewusst. Nun schaue ich genauer hin und siehe da, es gibt doch tatsächlich noch Neues jenseits von 'Verena' und den 'Stricktrends'...

Meine erste 'Entdeckung' ist dieses Heft hier:


Innen lauter Modelle gestrickt aus Garnen von RICO Design.

Nun bin ich von den RICO-Garnen nicht gerade begeistert, weil sie für meinen Geschmack zu viel Synthetik-Beimischungen enthalten. Aber das hält mich ja nicht davon ab, die Jacken und Pullover aus Garnen zu stricken, die mir besser gefallen. Z. Bsp. könnte das dieser Pullover hier sein:



Das Ganze gibt es auch noch als Jacke:



Es braucht zwar keine extra Anleitung, um aus einem Pullover eine Jacke zu machen, aber mein Dank geht trotzdem an die Redaktion für die Inspiration ;)


Eine Jacke in zarten Farben aus einem Farbverlaufsgarn. Die könnte mich auch reizen.

Und weil mir die Modelle im Heft so gut gefallen haben, habe ich mir gleich noch die Ausgaben Nr. 1 und Nr. 2 nachbestellt, via Internet. Die aktuelle Ausgabe ist übrigens die Nr. 4. Wer mitgezählt hat, weiß nun, dass ich die Ausgabe Nr. 3 übersprungen habe - die fand ich nur mäßig interessant, deshalb fiel sie bei mir durchs Raster.

Damit ist das Thema RICO aber noch nicht abgehakt.

Ein 'Verena Special', randvoll mit Modellen aus... Sie ahnen es bereits: RICO-Garnen!


Diese Jacke habe ich sogar schon nachgestrickt - aus 'Andes' von DROPS mit Nadeln Nr. 9, das ging rasend schnell.


Ich stricke nicht gerne mit dicken Nadeln, dieses Ergebnis trage ich aber gerne - warm und gemütlich groß, die Anleitung gibt es für eine Einheitsgröße. Daran habe ich mich genau gehalten.


Ob ich im Winter Kurzarmpullover tragen möchte? - Eher nicht, aber im nächsten Frühjahr? Schön ist er ja, auch nicht aus zu dickem Garn.


Wohingegen diese Jacke wieder mit sehr dicken Nadeln gestrickt wird. Aber sie gefällt mir trotzdem. Auch ihre Knopflosigkeit.


Strandspaziergang mit langem Schal - einfaches Muster, trotzdem wirkungsvoll.




Für LiebhaberInnen von feinen Garnen. Schön, dass auch hier nicht alle Modelle mit Nadeln Nr. 9 oder so gestrickt werden.



















Das letzte Heft - burda stricken. Burda? Hatten die nicht eine ganz andere Kernkompetenz?


























Stimmt, trotzdem finde ich die Ausgabe recht gelungen, ein guter Querschnitt durch die Trends im kommenden Winter.
Besonders gut gefällt mir der Mantel rechts im Bild:





Und nun raten wir mal, von wem die Anleitung stammt? - Richtig, RICO-Design. Das nenne ich mal eine Offensive...












Tolles Foto. Und schön, dass wenigstens die burda auch an Männer denkt. Denen ist vielleicht auch mal kalt im Winter. Und der Schal köntte auch mir gut gefallen.





















Burda erfüllt ihren Bildungsauftrag und bringt uns das Fäustlinge stricken in einer kleinen Strickschule bei. Soetwas fehlt mir immer ein bisschen in den anderen Heften.














Fazit: Auf dem Handstricksektor scheint sich tatsächlich etwas zu bewegen. Und da wir davon ausgehen können, dass hier nicht der Bedarf geweckt werden soll, sondern das Angebot dem Bedarf folgt, hat sich mit den neuen Heften der Trend zum DIY bestätigt. Was mir sehr gut gefällt. Aus naheliegenden Gründen ;) Abgesehen davon mag ich die Vielfalt, die sich hier entwickelt, man will doch nicht immer im selben Heft blättern, da sieht man immer den selben Stil. Auch wenn er gefällt, ist der Blick über den Tellerrand grundsätzlich eine gute Idee. Was einem nicht gefällt, muss man ja auch nicht nachstricken, gell?

Ich werde weiter berichten, was mir sonst so in die Hände fällt - zufällig oder auch geplant.

Bis dahin mit vielen Grüßen aus dem
Kleinen Wollhaus

* Die hier gezeigten Fotos aus Büchern/Zeitschriften sind als Zitate zu verstehen, das Urheberrecht verbleibt selbstverständlich beim Autoren/Fotografen/Verlag